|
| | Guten Morgen Zwei Wintibriefe nacheinander? Da komme ich richtig ins Schwitzen! Jetzt hilft mir nur noch kühlender Regen – genau wie den Fischen in der Eulach.
|
|
|
| |
| Robin pachtet einen Teil der Eulach und des Mattenbachs. Die zunehmenden Trockenperioden setzen den Gewässern und ihren natürlichen Fischbeständen stark zu. (Bild: Mattia Mayer) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| «Es ist ein Massensterben und keiner weiss es» |
|
|
Der Mattenbach ist ausgetrocknet, was tausenden Fischen das Leben gekostet hat. Für die Eulach gibt es noch Hoffnungen – laut einem Fischer und Pächter macht das Wasser aus der ARA Elsau den entscheidenden Unterschied. Die Stadt widerspricht. von Mattia Mayer |
|
| Und jetzt regnet es tatsächlich. Das erste Mal so richtig – seit Wochen. «Ein Tropfen auf den heissen Stein für die Eulach», meint Robin van den Top. Gemeinsam stehen wir auf der alten Brücke in Wülflingen. Dort, wo die Eulach in die Töss mündet. Der Fischer und Pächter des Gewässerabschnitts ist mit einem Video auf Instagram aufgefallen. Es hat bisher knapp 160’000 Aufrufe erreicht. Darin spricht er direkt in die Kamera und wirkt verzweifelt. Dort sagt er, dass man hier – unter dieser Brücke, auf welcher wir stehen – doch bitte nicht baden soll. Das zeigen auch die Hinweistafeln des Kantons, die überall aufgestellt sind. Hier, wo die Eulach mündet, sei ein tieferer Bereich, sagt Robin. Die Fische fänden hier einen letzten, kühlen Rückzugsort. Die Bachforellen und die anderen Fische in der Eulach hätten ab 19 bis 20 Grad Stress, sagt Robin. Bereits Ende Mai habe die Eulach diese Temperaturen erreicht. Ab 25 Grad sei das meist das Ende für die Bachforelle. Wenn der Fisch während des Überlebenskampfs noch zusätzlichen Stress erfahre, sei es definitiv um ihn geschehen. Darum solle man dann auch nicht ins Wasser. Die Temperatur in der Eulach schwankte in den letzten Tagen zwischen circa 21 Grad in der Nacht und 30 Grad am Tag. Kantone wie St. Gallen und Solothurn haben aus diesem Grund ein Begehungsverbot für flache Fliessgewässer erlassen. Der Kanton Zürich schreibt auf Anfrage, dass man bewusst auf Verbote verzichtet habe und stattdessen auf Information und das Verständnis der Bevölkerung setze. Mit den Hinweistafeln habe man sensibilisieren wollen. In Zukunft werde man prüfen, ob an sensiblen Abschnitten ein Verbot sinnvoll und verhältnismässig wäre. |
|
|
| Die Fische sind meist nicht sichtbar. Mit Tafeln will der Kanton Zürich auf sie aufmerksam machen und bittet hier nicht zu baden. (Bild: Mattia Mayer) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Er wolle die Menschen nicht an den Pranger stellen oder kritisieren, sagt Robin. Es gehe ihm darum, zu informieren und zu retten, was noch zu retten ist. «Es ist ein Massensterben und niemand merkt es.» Die Fische könne man weder sehen noch hören. Anders als bei einem Reh, einem Vogel oder einer Kuh. Robin pachtet zusammen mit Freunden die Eulach und den Mattenbach zum Angeln. Letzterer sei «total hinüber». Tausende Forellen, Elritzen, Groppen, Krebse und andere Wasserlebewesen seien gestorben. Sie lagen wortwörtlich auf dem Trockenen. In der Eulach ist die Lage momentan noch ein wenig besser. Der grosse Vorteil dort sei, dass sie zu einem grossen Teil beschattet sei und auch unterirdisch geführt werde. Dadurch könne die Wassertemperatur ein wenig tiefer gehalten wird. Ausserdem sei die Eulach meistens schwer begehbar. Das führe dazu, dass die Fische weniger Stress durch fremde Badegäste erführen. Anders als unter der alten Brücke in Wülflingen. Rettung aus der AbwasserreinigungsanlageWas Robin aber Sorge bereitet, ist die bevorstehende Umleitung des Abwassers aus der Nachbargemeinde Elsau an die ARA Hard in Wülflingen. Zuvor wurde es in der ARA Elsau gereinigt, künftig fliesst das gereinigte Wasser statt in die Eulach circa elf Kilometer weiter unten direkt in die Töss. Momentan laufen die Bauarbeiten. Diese zehn Liter pro Sekunde, welche durchschnittlich von der ARA Elsau in die Eulach gelangen, seien dieses Jahr die Lebensrettung für die Fische gewesen. Darum sei die Eulach von einem Massensterben wie im Mattenbach verschont geblieben, sagt Robin. |
|
|
| Anstatt die Eulach hinab, fliesst das gereinigte Wasser nach Wülflingen direkt in die Töss. (Grafik: WNTI) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Die Stadt Winterthur schreibt auf Anfrage, dass die Fische einen qualitativ verbesserten Lebensraum erwarte, wenn das Wasser der ARA Elsau nicht mehr in die Eulach fliesse. In der Nachbargemeinde könne man Mikroverunreinigungen nicht eliminieren. «Fachlich überwiegt daher der Gewinn an Wasserqualität die geringe Abnahme der Wassermenge.» Robin gibt der Stadt teilweise recht. Sie hätten immer wieder Organschäden bei Bachforellen festgestellt, welche in Zusammenhang mit der Wasserqualität stünden. Andererseits bräuchten die Fische erst einmal genügend kühles Wasser, um überhaupt überleben zu können. |
|
| | «Wenn diese zehn Liter im nächsten Hitzejahr fehlen, dann gute Nacht.» Robin van den Top, Pächter des Mattenbachs und der Eulach |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Die Stadt Winterthur schreibt, dass es momentan nicht geplant sei, das Volumen von zehn Litern pro Sekunde der ARA Elsau zu ersetzen. Denn bei dem durchschnittlichen Minimalabfluss von 175 Litern pro Sekunde mache das Volumen aus Elsau nur rund sechs Prozent aus. In den letzten Tagen floss aber massiv weniger Wasser als das als «Minimalabfluss» definierte. Nämlich nur 110 Liter pro Sekunde. Nimmt man diese zehn Liter pro Sekunde dort weg, ist der Einfluss natürlich einschneidender. «Wenn diese zehn Liter im nächsten Hitzejahr fehlen, dann gute Nacht», sagt Robin. |
|
|
| Eine tote Bachforelle. Im Mattenbach fanden die Fische kein Wasser mehr. (Bild: zvg) |
|
| Dabei ist er sich sicher, dass es für eine gesunde Eulach nicht viel bräuchte. «Die Töss und die Eulach sind Bauwerke, keine natürlichen Gewässer», sagt er. Die Betonplatten am Grund könnte man entfernen, damit wieder natürliche Laichgründe entstehen. Zusätzliche Wurzelstöcke im Wasser würden Rückzugsorte schaffen und dem Gewässer helfen, sich wieder stärker selbst zu regulieren. Das zeigten auch die renaturierten Abschnitte, zum Beispiel in Oberwinterthur. Dort gebe es eine Naturverlaichung und viele Möglichkeiten für die Forellen, sich in kühlere Bereiche zurückzuziehen. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| | «Im nächsten Hitzesommer werden nicht mehr so viele Fische sterben, denn dann wird es nicht mehr so viele Fische geben.» Robin van den Top, Pächter des Mattenbachs und der Eulach |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Auch die Baudirektion des Kantons Zürich bestätigte das auf Anfrage. Für sie seien Strukturaufwertungen und die Beschattung der Eulach die nachhaltigere Verbesserung, als das fehlende Wasser zu ersetzen. «Solche Strukturaufwertungen werden im ganzen Kanton an verschiedenen Stellen vorzu ausgeführt», schreibt sie. «Im nächsten Hitzesommer werden nicht mehr so viele Fische sterben, denn dann wird es nicht mehr so viele Fische geben,» sagt Robin. Für ihn ist klar, man müsse jetzt handeln und Lösungen finden, damit die Eulach nicht das gleiche Schicksal erleidet wie der Mattenbach.
|
|
| | | | Kein Budget und keine Dringlichkeit – Stadtrat sagt Nein zu «Allmend Grüzefeld für alle»
Der Stadtrat lehnt die Winterthurer Initiative «Allmend Grüzefeld für alle» ohne Gegenvorschlag ab. Das teilt er via Medienmitteilung mit. Die Initiative forderte eine Million Franken, damit die Stadt dort einen öffentlichen Raum schafft mit Pflanzen, Schatten und einer Kaltluftschneise. Der Stadtrat sieht keine Dringlichkeit, zum einen wolle der Stadtrat die Ressourcen für eine klimatische Verbesserung dort nutzen, wo sie der Bevölkerung am meisten bringen. Das seien Strassen und Plätze in dicht bebauten Gebieten. Ausserdem sei die Aufwertung der Allmend nicht budgetiert – der Betrag müsste bei aktuellen Projekten eingespart werden. Zum anderen sei die Aufwertung der Allmend Grüzefeld bereits im kommunalen Richtplan enthalten. Da gegen diesen das Referendum ergriffen wurde, stimmt das Volk am 29. November erst noch über diesen Richtplan ab. Die EVP, welche die Initiative lanciert hat, zeigt sich enttäuscht. «Die EVP bleibt überzeugt, dass die freiräumliche und ökologische Aufwertung der Allmend Grüzefeld ein grosser Gewinn für die Bevölkerung wäre», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Einer kommenden Volksabstimmung sehe sie zuversichtlich entgegen. |
|
| | Neues Programm für die Kinder-Uni Die «Naturwissenschaftliche Gesellschaft Winterthur» (NGW) und die ZHAW lancieren die Kinder-Uni für das kommende Herbstsemester, das schreibt die NGW in einer Medienmitteilung. Das neue Programm wurde gestern veröffentlicht. Die Vorlesungen sind jeweils einzelne Anlässe und richten sich an Kinder der vierten bis sechsten Primarschulklasse. In diesem Semester können die Kinder Vorlesungen über Quantenphysik, KI, Hightech-Insekten und weitere Themen besuchen. «Im Mittelpunkt stehen dabei nicht trockene Fakten, sondern das Staunen, Entdecken und Mitdenken», schreibt die NGW in ihrer Medienmitteilung. Die Vorlesungen starten am 21. Oktober. Anmelden kann man sich ab sofort. |
|
| | Weitere Kurz-News
Schaukeln, balancieren und «ping-pöngle»: Die Stadt hat auf dem Deutweg den neuen Spielstreifen «Hörnli» eröffnet, teilt sie mit. Damit gewinne der Sportpark Deutweg an Bedeutung für umliegende Quartiere. Im Streifen gibt es eine Rollsportfläche für Trottinette und Skateboard, eine Schaukel, eine Box-up-Ausleihstation, eine Slackline und einen Ping-Pong-Tisch. Kunst-Festival im Kunst- und Naturmuseum: An den folgenden zwei Samstagen, dem 22. und dem 29. August, verwandelt sich der Lesesaal des Kunstmuseums und Naturmuseums Winterthur in einen Ausstellungssaal, schreibt die Kunsthalle Winterthur. Im Rahmen des Festivals «Unbehagen Malaise Unease» finden Lesungen, Gespräche und Performances in deutscher, französischer und englischer Sprache statt. Das Festival zeigt Künstler:innen und Arbeiten, die sich nicht auf eine Sprache, ein Medium oder einen Kontext fokussieren. Unter der Woche bleibt der Raum als Ausstellung und Buchhandlung geöffnet. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Von wo kommt der Erdhügel auf der kleinen Zeughauswiese?
 | Von wo kommt der Erdhügel auf der kleinen Zeughauswiese?
Ein Leser hat uns geschrieben, dass auch auf der kleinen Zeughauswiese ein Erdhügel erschienen sei. |
|
|
| Und während wir noch recherchierten, was es mit der neuen Erde auf sich hat, flatterte schon der zweite Leserbrief ins Redaktionspostfach. (Bild: Mattia Mayer) |
|
| Schon im Juni 2024 berichtete der «Landbote» über einen mysteriösen Erdhaufen auf der grossen Zeughauswiese. Diese Erde stammt von der Baustelle der ZHAW und ist vom Kanton Zürich bis circa im Februar 2028 gemietet, schreibt die Stadt Winterthur auf Anfrage. Der neue Erdhügel auf der kleinen Zeughauswiese stammt von der Baustelle im Eisweiherquartier, schreibt Stadtwerk auf Anfrage. Das Quartier heizt in Zukunft mit Abwärme aus dem KVA. Man habe die Fläche gemietet und nutze sie als Lagerplatz für Aushub- und Baustellenmaterial, bestätigt Stadtwerk auf Anfrage. Voraussichtlich im September 2027 trage man den zwischengelagerten Hummus wieder von der kleinen Zeughauswiese ab. Zumindest, wenn dann die Arbeiten im Eisweiherquartier abgeschlossen seien. Anschliessend werde die Wiese wieder instand gesetzt. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Zum Schluss noch eine Kurznews in eigener Sache: Heute haben Linus und ich die Post-its ausgezählt, die ihr uns bei der MFW hinterlassen habt. Sage und schreibe 130 Post-its mit euren Fragen haben wir insgesamt eingescannt. Dankeschön! Bis bald, Mattia
|
|
| |
|
|
|
| |
|