| | Guete Morge :) Heute geht’s nach Wülflingen. Dort wird sich in Zukunft rund um die Abwasserreinigungsanlage einiges ändern. Die Stadt will sie ausbauen, am 14. Juni kommt der 228-Millionen-Kredit vor das Volk. Der Umbau betrifft auch Naturschutzland. Ein Bauer wehrt sich dagegen, dass er zur Kompensation seinen Acker hergeben soll.
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| Der Ausbau der ARA ist eine wegweisende Entscheidung. (Bild: Stadtwerk Winterthur, Patrick Walde) |
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| Leistet sich Winti sauberes Wasser für 288 Millionen? |
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| Am 14. Juni stehen an der Urne gleich drei wegweisende Entscheidungen an. Dabei geht es auch um die Zukunft der Abwasserreinigungsanlage, kurz ARA. Die Stadt will sie ausbauen. An einer Führung informierte sie über die Details. Und erklärte, wie man einen Biber aus einem der Becken rettet. von Sebastian Galli |
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| Am tiefsten Punkt Winterthurs erklärt Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) im Nieselregen, weshalb die ARA ausgebaut werden muss, um auch in Zukunft ihren Dienst leisten zu können. 20 Milliarden Liter Abwasser fliessen jedes Jahr durch die Anlage. «Das entspricht 180’000 sogenannten Einwohnergleichwerten», sagt Fritschi. Also allen Einwohner:innen sowie Industriebetrieben. Neben Winterthur sind elf weitere Gemeinden an das System angeschlossen. Und es sollen weitere dazukommen. Stadtwerk rechnet damit, dass diese Einwohnergleichwerte bis 2077 auf 300’000 ansteigen. «Es ist ein Generationenprojekt», sagt Fritschi. Die Abwassermenge werde sich dabei aber nicht erhöhen. Mit anderen Projekten in den Gemeinden soll stattdessen die «Schmutzfracht» erhöht werden. Heisst: Es fliesst in Zukunft nicht mehr Abwasser durch die ARA, aber es soll schmutziger sein. So werde die Effizienz der Reinigung gesteigert. Oder in den Worten von Fritschi: «Je dreckiger, desto besser.» |
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| Der Ausbau umfasst mehrere Punkte. (Bild: Stadtwerk Winterthur) |
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| Ein Ausbau sei auch nötig, um den steigenden Ansprüchen gerecht werden zu können, sagt Martin Emmeregger, Direktor von Stadtwerk. In Zukunft müsse die Anlage aufgrund strengerer Umweltauflagen des Kantons neu 70 statt 50 Prozent Stickstoff abbauen. Stickstoff sorgt unter anderem dafür, dass sich in Gewässern mehr Algen bilden, was wiederum einen negativen Einfluss auf die Biodiversität hat. In Zukunft muss die ARA auch sogenannte «Mikroverunreinigungen» aus dem Abwasser filtern. Dabei handelt es sich nicht um Mikroplastik, sondern um «organische Spurenstoffe». Also Rückstände von Medikamenten, Hormonen, Kosmetika und mehr. Heute setzt die ARA zur Filtration Sand ein, was nicht genügt, um diese Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser zu entfernen. Deshalb plant die Stadt, die Filtration auf granulierte Aktivkohle umzurüsten. Durch ihre grosse Oberfläche agiert sie wie ein Schwamm, der die Rückstände aufsaugt. Die ausgebaute Filtrationsanlage allein wird für den benötigten Durchlauf allerdings nicht ausreichen. Deshalb ist auf der «Bruniwiese» hinter der Anlage ein zusätzliches Gebäude für die Filtration geplant – mit Solaranlage auf dem Dach. Wieso es gegen dieses Gebäude Widerstand gibt, erfährst du im zweiten Text des heutigen Wintibriefs. |
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| Nach knapp 70 Jahren haben die alten Becken ausgedient. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Die Pläne sehen auch den Ausbau von weiteren Bereichen der Anlage vor, denn die Infrastruktur der ARA ist teils sehr alt. Die Becken der «Biologie Ost», in denen Mikroorganismen entfernt werden, stammen aus den 60er-Jahren. «Die muss man aus dem Boden reissen», sagt Günther Rauchegger, Betriebsleiter der ARA. Die neuen Becken sollen einen Meter tiefer sein und damit 30 Prozent mehr fassen. Des Weiteren brauche es neue Pumpen und Gebläse. Auch für die Sicherheit der Angestellten soll in Zukunft besser gesorgt sein. Die grossen, offenen Becken auf der Anlage haben keine Geländer. «Das ist momentan nicht gerade Suva-konform», sagt Rauchegger. Deshalb sei geplant, Fangnetze in den Becken zu installieren. Hereingefallen sei in all den Jahren aber noch nie jemand. Zumindest kein Mensch. «Es fiel einmal ein verirrter Biber in das Biologiebecken», erinnert sich Rauchegger. Weder der bestellte Jäger mit seinem Netz, noch die Feuerwehr mit ihrem Schlauchboot konnten ihn einfangen. «Schlussendlich haben wir dann einfach eine Holzplanke ins Becken gesteckt.» Das Tier habe zwar ein wenig gestunken, habe über das Brett aber hinausgefunden. |
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| | ««Es fiel einmal ein verirrter Biber in das Biologiebecken»» Günther Rauchegger, Betriebsleiter ARA |
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| Der Ausbau der ARA sei ein wichtiges Projekt von überregionaler Bedeutung, sagt Stefan Fritschi. Das zeige sich auch am Preis. Mit 288 Millionen ist es der zweitgrösste Kredit, den der Stadtrat je beim Parlament beantragt hat. Am 3. März hat ihn das Stadtparlament mit 55 Ja-Stimmen fast einstimmig gesprochen. Nur der kürzlich in den Stadtrat gewählte Andreas Geering (Mitte) hatte sich «aus Konsequenz» enthalten. Am 14. Juni kommt es zum obligatorischen Referendum. Dann wird sich zeigen, ob die Winterthurer Bevölkerung neben ihrem Abwasser noch anderes den Bach hinunterschickt. |
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| Stefan Märki bewirtschaftet neun Hektaren Pachtland im Niederfeld. |
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| Gerangel um Grund und Boden |
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| Während der ARA-Ausbau als unumstritten gilt, sorgen die Ersatzmassnahmen für rote Köpfe. Nun muss das Volk entscheiden, was es im Niederfeld will: Einen schützenswerten Lebensraum für Tiere und Pflanzen ‒ oder wertvolles Landwirtschaftsland. von Tizian Schöni |
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| Stefan Märki ist seit langem im Wülflinger Niederfeld unterwegs. Zuckerrüben, Winterraps, Wintergerste, Weizen oder eben Ölkürbisse ‒ so sah die Fruchtfolge im Niederfeld bisher aus. Jetzt wird es auch hier eines der letzten Male sein, dass Märki die neun Hektar Pachtland so bewirtschaftet, wie er es heute tut. Denn die Stadt, der das Land gehört, möchte auf der Fläche drei Hektar Wald aufforsten und weitere knapp zwei Hektar naturnah bewirtschaftete Wiese säen – als Ersatzmassnahmen für die Waldrodung und Erweiterung bei der nahen ARA Hard. «Das ist einfach schade», sagt Stefan Märki dazu. «Wald und Fromentalwiese kommen auf den feissesten Boden.» Boden, der für ihn vor allem eines ist: Bestes Landwirtschaftsland, das heute die Existenz des Betriebs sichert. Und morgen die des älteren Sohns, der sich in der Zweitausbildung zum Landwirt befindet. Wäre nicht auch ein anderer Standort für die Aufforstung möglich gewesen?
Diese und weitere Fragen beantwortet dir der ganze Artikel, den du auf der Website lesen kannst. |
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| | | | E-Trotti-Monopol sorgt für weniger Chaos auf TrottoirsSeit Anfang des Jahres darf in Winterthur nur noch eine Firma E-Scooter zur Verfügung stellen. Die schwedische Firma Voi betreibt seitdem 450 Scooter über die Stadt verteilt. Die Stadt teilt nun auf Anfrage des Landboten mit, dass das Monopol die gewünschte Wirkung entfaltet: 40 Prozent weniger Trottis auf Trottoirs verstellen den Weg. Trotzdem gehe noch immer jeden zweiten Tag eine Meldung bei der Stadt dazu ein. |
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| | Weitere Kurz-NewsWohlfühl-Festival in Veltheim: Am Samstag, 9. Mai findet zum zweiten Mal das Flow Festival in Veltheim statt. Am eintägigen Anlass können Besucher:innen Yoga-, Barre- und Pilatesklassen besuchen, es gibt auch ein Yoga-Angebot für die ganze Familie. Zudem finden zwei Konzerte und ein kleiner Kreativmarkt statt. (tz) Opfer eines Liebesbetrugs: Wie die Stapo in einer Mitteilung schreibt, ist ein 79-Jähriger einem Liebesbetrug zum Opfer gefallen. Er sei zu Beginn des Jahres mit zwei Frauen in Kontakt gekommen, mit denen er schnell ein «freundschaftliches bis romantisches Verhältnis» aufgebaut habe. Nachdem Sie ihm wiederholt von ihren finanziellen Problem erzählt haben, wie einer Hypothek oder der Operation der Mutter, habe er ihnen insgesamt über 40’000 Franken gegeben. Irgendwann habe er Verdacht geschöpft und Anzeige erstattet. Daraufhin konnte die Polizei am 24. April eine 29-jährige Frau und einen 36-jährigen Mann in flagranti festnehmen. Die Polizei ermittelt nun wegen mehrfachen Betrugs. |
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| Wärmstens empfohlen
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| ARA Informationstag Wenn du dir selbst ein Bild machen möchtest, wie es in der ARA zu und hergeht, oder einfach mal am Klärschlamm schnuppern möchtest, dann hast du diesen Samstag, 9. Mai, die Möglichkeit. Dann lädt Stadtwerk von 10 bis 16 Uhr zum Informationstag. Inklusive Shuttlebus ab Lindenplatz. |
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| | So, das waren jetzt viele Zahlen. Zum Abschied noch ein kleiner Fun-Fact: Wenn du in der Altstadt aufs WC gehst, dauert es etwa eine Stunde, bis dein Ausschuss die ARA erreicht. Na dann. Bis bald, Sebastian von WNTI |
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